Heimatmuseum – Ein Museum zum Anfassen

 

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Heimatmuseum

Ein Museum zum Anfassen und Staunen

 

Eibelstadt besitzt im ehemaligen Frühmesserhaus ein reizvolles Heimatmuseum, das an das Wirken und Arbeiten der Altvorderen erinnert und die Vergangenheit lebendig macht.

Selbst das Gebäude in dem sich das Museum befindet hat eine bewegte Geschichte. Sein Namen  geht auf frühere Bewohner, die Frühmesser zurück. Dies waren Geistliche, die Stiftungen und einzelne kirchliche Funktionen ausübten, wie z.B. das Lesen der Frühmesse. Die Anfänge des Hauses liegen in den 30er Jahren des 16.Jahrhunderts.

Generationen hatten an diesem Haus um.- und angebaut. Die markantesten und heute noch sichtbaren Veränderungen erfuhr das Haus unter dem Frühmesser Heinrich Erlemann in den Jahren 1689/90. Von Erlemanns Aktivitäten zeugen heute noch dessen Namen und die Jahreszahl 1689 auf einem Türsturz.

Allein das Gebäude und seine althergebrachte Bauweise sind einen Besuch wert. So wurde bei deren Errichtung sogar ein Teil der ehemaligen Kirchenburgbefestigung  als Außenmauer in den Bau eingebunden.

Der Keller zeigt ein traditionelles Tonnengewölbe. Der Hauptraum im ist geprägt von historischem Fachwerk mit Lehmschlagdecken. Eine Stuckdecke schmückt das Wohnzimmer des Frühmessers die Wände des Wohnbereiches waren dereinst ornamental verziert. Auch das Dachgeschoß hat noch ein kulturelles Schmankerl aufzuweisen. In ihm befindet sich nämlich eine Gesindekammer aus 1760, mit Holzvertäfelung, die mit rocailleähnlicher Bemalung in blassem Rot und Beige auf dunkelbraunem Untergrund geschmückt ist, was nach Ansicht der Kunsthistoriker Seltenheitswert hat.

Mehrmals wird in Urkunden auch der schlechte Zustand des Hauses beklagt. Nicht anders urteilten wohl die Stadtväter im Jahr 1975 und beschlossen den Abbruch dses Gebäudes. Diese Pläne wurden aber durch das Landesamt für Denkmalpflege gestoppt.

In den folgenden Jahren diente das altehrwürdige Frümesserhaus als städtischer Bauhof. Auch war zwischenzeitlich das Eibelstadter Postamt darin untergebracht.

Die Idee des Heimatvereins, in diesem Haus ein Heimatmuseum einzurichten, fand bei den Stadträten Mitte der 80er Jahren Gehör. Ab 1987 konnte nach  gründlicher Renovierung, die nach denkmalpflegerischen Gesichtspunkten durch die Stadt erfolgt, das Haus als Museum vom Heimatverein genutzt werden. Die Stadt stellte das Haus kostenfrei zur Verfügung; der Verein gestaltet dafür die Einrichtung und sorgt für geregelte Öffnungszeiten.

Als Museum dienen heute elf Räume. Zahlreiche kostbare Objekte hatten bereits Richard Redelberger und Wolfgang Menzel in den 50er Jahren gesammelt, als man vielerorts das „alte Geraffel“ nicht mehr schätze, sondern sich „modern“ ausstattete. Im historischen Keller sind heute neben einem Fasslager mit mehreren Eichenfässern auch Gerätschaften zu bestaunen, wie man sie früher zum Weinbau hat, die aber heute in den wohlverdienten Ruhestand getreten sind und weder im „Wengert“ noch in der „Kalter“ Verwendung finden.

Als Besonderheit beherbergt das Haus eine alte, vollständig erhaltene Büttnerwerkstatt des Meisters Florian Hofmann aus Eibelstadt.

Ein weiterer Schwerpunkt des Museums ist die Welt des Wohnens der Groß-und Urgroßeltern. So sind mehrere Räume historischem Mobiliar und alltäglichen Gebrauchsgegenständen gewidmet.Besonders reich ausgestattet ist die Küche mit Geschirr und Geräten, die man in der modernen Küche nicht mehr findet, ja mit denen junge Pärchen wohl nichts anzufangen wüssten. Im Dachgeschoß  ist neben der Gesindekammer Werkzeug von alten Handwerksberufen sowie landwirtschaftliches Gerät aufbewahrt.

Eine Spezialität des Museums sind die über Deutschland hinaus berühmt berüchtigten Eibelstadter Lügensteine, die bekannteste geologische Fälschung. Es sind aus Lesesteinen geschickt gefertigte Figurensteine, über die im Jahre 1726 sogar eine Doktorarbeit geschrieben wurde. Noch heute beschäftigen sich Geologen und Paläontologen weltweit mit diesen Eibelstadter Kuriositäten.

 

Öffnungszeiten:

von Mai bis Oktober
Sonntags von 14.00 bis 16.00 Uhr

Hauptstraße 12

97246 Eibelstadt

Eintritt ist frei!

Gruppenführungen auf Anfrage:

Ansprechpartner:

Dr. Franz Schicklberger
Kapellensteige 9
97246 Eibelstadt

Tel. 09303 8244


Ich danke Herrn Dr.Franz Schickelberger für die Unterstützung und zur Bereitstellung vom Text und Bildmaterial

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